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Parthenon
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Der Parthenon (altgriechisch ÏαÏΞΔΜÏΜ âJungfrauengemachâ) ist der Tempel fĂŒr die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos auf der Athener Akropolis.
Er wurde zum Dank fĂŒr die Rettung der Athener und Griechen durch die Göttin nach dem letzten Perserkrieg als dorischer Peripteros erbaut. Im Laufe der Geschichte Griechenlands diente das GebĂ€ude unter anderem auch als Schatzkammer des Attischen Seebunds. Der Parthenon ist eines der berĂŒhmtesten noch existierenden BaudenkmĂ€ler des antiken Griechenlands und eines der bekanntesten GebĂ€ude weltweit. Das GebĂ€ude beherrscht als zentraler Bau seit fast 2500 Jahren die Athener Akropolis.
Der Parthenon ersetzte einen Ă€lteren Tempel der Athena, den sogenannten Vorparthenon, der wĂ€hrend der persischen Eroberung Athens im Jahr 480 v. Chr. zerstört worden war. Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde der Tempel in eine Kirche umgewandelt, die der Jungfrau Maria geweiht war. Unter den Osmanen zur Moschee umgestaltet, beherbergte der Parthenon im Krieg gegen Venedig ein Munitionslager. 1687 wurde dieses von einer Kugel getroffen, wodurch es explodierte und den Tempel stark beschĂ€digte. Umfangreiche Teile seiner Baudekoration wurden 1801 von Lord Elgin entwendet und nach London gebracht. Der Streit ĂŒber die RĂŒckgabe dieser sogenannten âElgin Marblesâ (âParthenon Marblesâ) hĂ€lt bis heute an.
Contents
âą Vorparthenon
âą Parthenon Aufbau
âą Ringhalle
âą Naos
âą Baudekoration
âą Wiederentdeckung
âą Nachbildungen
âą Literatur
âą Dokumentationen
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Der Name âParthenonâ
Der Ursprung des Namens ist nicht endgĂŒltig geklĂ€rt. Dieser scheint zunĂ€chst nur einen bestimmten Raum des Tempels bezeichnet zu haben. Einer Theorie nach war der âParthenonâ der Raum, in dem vier ausgewĂ€hlte junge MĂ€dchen, die Arrephoroi, jedes Jahr den Peplos woben, der anlĂ€sslich der PanathenĂ€en an Athena ĂŒbergeben wurde.cite-ref-1[1] Einer anderen Theorie zufolge war der Kult der Parthenos ein unabhĂ€ngiger Athenakult, der zwar eng mit der Athena Polias verbunden, aber nicht gleichzusetzen war.cite-ref-2[2] Hierin ĂŒbereinstimmend wird zumeist angenommen, âParthenonâ bezeichnete den Tempel der jungfrĂ€ulichen Athena. DarĂŒber hinaus wurde vermutet, der Name spiele auf die Jungfrauen (Parthenoi) an, deren Opfer die Sicherheit der Stadt gewĂ€hrte.cite-ref-3[3]
Die Ă€lteste Ăberlieferung des Namens âParthenonâ, die sich zugleich auf das gesamte Bauwerk bezog, stammt von Demosthenes aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., wĂ€hrend der Tempel im 5. Jahrhundert v. Chr. schlicht ho naos (attisch: ho neos), der Tempel, genannt wurde. Seine Architekten Iktinos und Kallikrates sollen in ihrer Abhandlung ĂŒber den Tempel den Bau Hekatompedos âHundertfĂŒĂerâ genannt haben. Plutarch schlieĂlich erwĂ€hnt das GebĂ€ude als Hekatompedon Parthenon.cite-ref-4[4]
Vorparthenon
Das erste Vorhaben fĂŒr den Bau eines Tempels am Ort des spĂ€teren Parthenon wurde bald nach der Schlacht bei Marathon in Angriff genommen. HierfĂŒr wurde die Akropolis in der NĂ€he ihrer Kuppe massiv angeschĂŒttet und ein breites Plateau geschaffen. Die Fundamente des Tempels wurden zwischen 1885 und 1890 von Panagiotis Kavvadias freigelegt und durch Wilhelm Dörpfeld archĂ€ologisch untersucht.cite-ref-5[5] Von diesem Fundament waren zwei Steinlagen aus Poros und eine abschlieĂende aus Karrha-Kalkstein erhalten. Auf ihnen erhob sich der Unterbau, die Krepis, des spĂ€teren klassischen Parthenon. Das Fundament war etwas schmaler und weiter nach Norden verschoben, was deutlich machte, dass es einem anderen Bau gedient haben musste. Reste der ursprĂŒnglich darauf befindlichen SĂ€ulentrommeln wurden spĂ€ter in der Umfassungsmauer der Akropolis nördlich des Erechtheions verbaut.
Dieser in der Wissenschaft âVorparthenonâ genannte Tempel war anscheinend noch nicht vollendet, als die Perser im Jahr 480 v. Chr. Athen eroberten und sĂ€mtliche GebĂ€ude auf der Akropolis zerstörten.cite-ref-6[6] Die damit verbundene Datierung des Baubeginns in die Zeit vor 480 v. Chr. wurde jedoch schon frĂŒh bezweifelt, stellt sich doch die Frage, warum die Athener ĂŒber 30 Jahre mit dem Beginn der Wiederherstellung gewartet haben sollen. So kam die These auf, dass der Vorparthenon erst in den 460er- oder 450er-Jahre unter Kimon geplant und begonnen worden sei, also nach den Zerstörungen der Akropolis durch die Perser.cite-ref-7[7] Nach Kimons Tod 449 seien die Arbeiten nicht fortgesetzt worden; sein Nachfolger und innenpolitischer Gegner Perikles habe ihn abtragen lassen, um sich und die von ihm vertretene demokratische Partei mit einem eigenen Bau zu manifestieren. Demzufolge sei der Parthenonbau ein Niederschlag der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen der oligarchischen und der demokratischen Partei.cite-ref-8[8] Gegen die spĂ€te Datierung ist jedoch einzuwenden, dass sich an den Steinen des Vorparthenon noch BrandschĂ€den nachweisen lassen.cite-ref-9[9] Als Argument, dass die Athener ĂŒber 30 Jahre mit dem Beginn des Parthenonneubaus gewartet haben könnten, wird der Eid von Plataiai angefĂŒhrt, bei dem die Griechen schworen, von den Persern zerstörte Tempel nicht wieder aufzubauen. Von diesem Eid wĂ€ren die Athener erst durch den Kalliasfrieden im Jahr 449 v. Chr. entbunden worden.cite-ref-10[10] Die nicht ganz sachgerecht durchgefĂŒhrten Ausgrabungen des 19. Jahrhunderts erlauben keine endgĂŒltige Entscheidung dieser Frage. Die Mehrheit der Parthenon-Forscher hĂ€lt am Baubeginn des Vorparthenon nach der Schlacht bei Marathon, also nach 490 und vor 480 v. Chr., fest.cite-ref-11[11]
Die aufgehende Architektur des Vorparthenon sollte, den erhaltenen SĂ€ulentrommeln nach zu urteilen, aus pentelischem Marmor ausgefĂŒhrt werden. Bei der Errichtung des spĂ€teren Parthenon wurden gegenĂŒber dem Plan des Vorparthenon erhebliche Ănderungen vorgenommen. Die SĂ€ulenringhalle (Peristasis) des Vorparthenon besaĂ 6 SĂ€ulen auf den Frontseiten, wie zu dieser Zeit im griechischen Mutterland ĂŒblich, war hingegen mit 16 SĂ€ulen auf den Langseiten altertĂŒmlich langgestreckt. Dem Parthenon gab man bei annĂ€hernd ĂŒbernommener Gesamtbreite und deutlich verkĂŒrzter GesamtlĂ€nge eine Ringhalle von 8 auf 17 SĂ€ulen, so dass die Grundrissproportion dem Ideal der Zeit entsprach. Der Kernbau (Naos) des Vorparthenon war im VerhĂ€ltnis zur Gesamtbreite des Baus deutlich schmaler. Die Fronten von Pronaos und Opisthodom besaĂen daher sicher nur drei Joche und somit entweder zwei SĂ€ulen in antis oder prostyle viersĂ€ulige Vorhallen. Der Parthenon sollte sechssĂ€ulige prostyle Naosfronten erhalten. Die Cella des Vorparthenon wies eine ĂŒbliche dreischiffige Gliederung auf, die durch zwei SĂ€ulenreihen im Innern gebildet wurde. Im Westen schloss, wie beim Parthenon beibehalten, ein annĂ€hernd quadratischer Raum an, dessen Decke von vier SĂ€ulen gestĂŒtzt wurde.
Parthenon Aufbau
Der Parthenon wurde auf Initiative Periklesâ, eines der fĂŒhrenden Politiker im Athen des 5. Jahrhunderts v. Chr., errichtet. Die Bauaufsicht fĂŒhrte der Bildhauer Phidias, der die bildhauerischen Arbeiten ĂŒberwachte und zum Teil selbst ausfĂŒhrte. Die entwerfenden Architekten des Tempels waren Iktinos, der spĂ€ter auch den Apollontempel bei Bassae errichtete, und Kallikrates, der spĂ€ter fĂŒr den Niketempel auf der Akropolis verantwortlich zeichnete. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen 447 v. Chr. und endeten 438 v. Chr., die Arbeiten an der Baudekoration dauerten aber noch bis mindestens 433 v. Chr. an. Insgesamt war die Bauzeit fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse ungewöhnlich kurz. Einige Aufzeichnungen ĂŒber die Bau- und Materialkosten sind erhalten geblieben, die beispielsweise als teuerste Posten die Transportkosten fĂŒr den 16 Kilometer entfernt abgebauten pentelischen Marmor nach Athen ausweisen.cite-ref-12[12] Im Parthenon wurde der 454 v. Chr. nach Athen gebrachte Schatz des Attischen Seebunds verwahrt. Plutarch vermittelt uns ein eindrucksvolles Bild von der Bandbreite der FachkrĂ€fte, die benötigt wurden, um den Tempel in so kurzer Zeit zu errichtencite-ref-13[13]: ZimmermĂ€nner, Schmiede, Steinmetze, Vergolder, Weichmacher des Elfenbeins, Maler, Sticker, Dreher, Gehilfen, Vorarbeiter, Kauf- und Seeleute und SteuermĂ€nner, Fuhrleute und PferdezĂŒchter, Seil- und Tuchmacher, Lederarbeiter, StraĂenbauer und Minenarbeiter.
Ringhalle
Der gĂ€nzlich aus pentelischem Marmor errichtete Tempel erhob sich auf einer dreistufigen Krepis. Um zwei weitere Stufen erhöht standen die SĂ€ulen der sechssĂ€uligen prostylen Vorhallen. Hierdurch war auch die Höhe des CellafuĂbodens vorgegeben. Gemessen auf der obersten Stufe der Krepis, dem Stylobat, betrug die GrundflĂ€che 30,86 Ă 69,51 Meter. EinschlieĂlich des GebĂ€lks war der Tempel, gemessen vom Stylobat, 13,72 Meter hoch. Die Cella war 29,80 Meter lang und 19,20 Meter breit. 8 Ă 17 SĂ€ulen dorischer Ordnung bildeten den SĂ€ulenumgang, die Peristasis. Damit unterscheidet sich der Parthenon von frĂŒheren dorischen Tempeln, die in der Regel nur sechssĂ€ulige Fronten kannten.cite-ref-14[14] WĂ€hrend ionische Tempel mit achtsĂ€uligen Fronten einen doppelten SĂ€ulenkranz aufwiesen, erweiterte man am Parthenon die Cella um zwei Joche. Wegen der starken Kontraktion der Eckjoche â etwa 61,5 Zentimeter statt der zu erwartenden 47,7 Zentimeter â und der ungewöhnlich engen SĂ€ulenstellung der Fronten, deren Interkolumnien knapp 1 1â4 unteren SĂ€ulendurchmesser erreichten, sind die SĂ€ulenhallen der Langseiten besonders eng im VerhĂ€ltnis zum Gesamtentwurf. Die AuĂensĂ€ulen haben einen Durchmesser von 1,90 Meter und sind 10,43 Meter hoch, die EcksĂ€ulen wurden um 4,3 Zentimeter stĂ€rker entworfen. Die SĂ€ulen wurden aus 10â12 Trommeln zusammengesetzt und besaĂen je 20 Kanneluren. Die VerbindungsflĂ€chen wiesen Anathyrosis auf. Die Proportionierung der SĂ€ulen ist sehr gestreckt, das auf ihnen lastende GebĂ€lk samt dem umlaufenden Geison ist hingegen mit einer Gesamthöhe von 3,29 Meter verhĂ€ltnismĂ€Ăig niedrig. Der einfache dorische Architrav und das Triglyphon sind am Parthenon gleich hoch gebildet, wĂ€hrend an Ă€lteren dorischen Tempeln der Architrav immer höher als das Triglyphon war. Am Architrav lieĂ Alexander der GroĂe einige Schilde aufhĂ€ngen, die aus der Beute nach der Schlacht am Granikos im Jahr 334 v. Chr. stammten. Dies war der erste Eingriff in das ĂuĂere des Tempels. Im Jahr 61 n. Chr. lieĂen die Athener eine Inschrift fĂŒr Nero zwischen den Schilden am Architrav anbringen, um dem römischen Kaiser zu schmeicheln.
Wegen der starken Eckkontraktion der SĂ€ulenstellungen am Parthenon wurde der hierdurch eigentlich zu erzielende Effekt ĂŒberkompensiert. Statt einen Ausgleich fĂŒr die zu erwartende Position der Eckmetope zu schaffen, manchmal noch unterstĂŒtzt durch eine Erweiterung dieser, mussten am Parthenon als Folge der eingerĂŒckten EcksĂ€ulenstellung die Metopen zu den Ecken hin verschmĂ€lert werden. Dies geschah ĂŒber mehrere Metopen hinweg. Am Parthenon lag die Differenz zwischen der gröĂten und der geringsten Metopenbreite bei 10,5 Zentimeter.cite-ref-15[15] Je zwei Metopen standen, wie zu dieser Zeit ĂŒblich, ĂŒber einem Interkolumnium. Die Metopen des Triglyphon waren skulptiert. Das GebĂ€lk wurde, fĂŒr einen dorischen Tempel ungewöhnlich, von einem Perlstab bekrönt. DarĂŒber folgten das dorische Geison mit seinen Mutulusplatten und die Sima, letztere auch an den GiebelschrĂ€gen hochgefĂŒhrt und mit aufgemalten BlĂŒtenfriesen dreifarbig verziert. Zwei vielfigurige Gruppen fĂŒllten die Giebelfelder. Das Dach war mit Marmorziegeln gedeckt. Bunte Antefixe in Palmettenform zierten die Traufseiten des Tempels, an deren Ecken sich je ein Löwenkopf-Wasserspeier fĂŒr die Ableitung des Traufwassers befand. Den First und die Giebelecken nahmen kompliziert verschlungene Akanthus-Ornamente als Akrotere ein. Die mit farbigen BlĂŒtenmotiven bemalte Kassettendecke der Ringhalle bestand ebenfalls aus Marmor.
Naos
Je sechs dorische SĂ€ulen standen amphiprostyl vor der Front- und RĂŒckseite des eigentlichen Naos, dem Kernbau des Tempels. Sie waren etwas kleiner als die SĂ€ulen der Peristasis. Einlassungen an ihren Fragmenten deuten darauf hin, dass sie ursprĂŒnglich durch hölzerne ScherwĂ€nde verbunden waren, die einen abgeschlossenen Pronaos und Opisthodom bildeten. Am oberen Ende der Ă€uĂeren CellawĂ€nde und ĂŒber den Architraven der prostylen Hallen zog sich ein kontinuierlicher ionischer Figurenfries entlang. Die Anten von Pronaos und Opisthodom waren auf kurze Pfeiler reduziert.
Durch eine 4,92 Meter breite und 10 Meter hohe TĂŒr betrat man die Cella. Sie wies einen dreiseitigen inneren SĂ€ulenumgang dorischer Ordnung auf, der, wie in InnenrĂ€umen der Zeit ĂŒblich, zweistöckig war, um die nötige Höhe zu erreichen. Er trug die hölzerne, mit Malereien und Gold verzierte Decke und stĂŒtzte, die ungeheure Breite ĂŒberbrĂŒckend, das Dach. Die lichte Weite des Mittelschiffs von 10,60 Metern blieb im griechischen Mutterland ansonsten unerreicht. Kurze Pfeiler in VerlĂ€ngerung der seitlichen SĂ€ulenstellungen an Stirn- und RĂŒckwĂ€nden legen nahe, dass sie eine auf GebĂ€lkhöhe der unteren SĂ€ulenstellung umlaufenden, wahrscheinlich begehbare hölzerne Decke stĂŒtzten. Vor der hinteren SĂ€ulenstellung der Cella erhob sich das mit einer Höhe von etwa 11 Metern kolossale, von Phidias geschaffene, Gold-Elfenbein-Kultbild der Athena Parthenos. Die zugehörige Basis aus dunklem Marmor war 4,09 Ă 8,04 Meter groĂ und etwa 1,20 Meter hoch. Aus applizierten Elfenbeinplatten war auf den SeitenwĂ€nden der Basis die Geburt der Pandora in flachem Relief dargestellt. Zumindest zur Zeit des Pausanias befand sich vor dem Standbild ein Wasserbassin, das fĂŒr ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgte, damit das empfindliche Elfenbein der Athena-Statue nicht spröde wurde und Risse bekam.cite-ref-16[16] Spuren dieses Beckens, das vermutlich nachtrĂ€glich eingebaut wurde, haben sich nicht erhalten. In hadrianischer Zeit stifteten die Athener eine kolossale Statue des Herrschers in den Tempel und lieĂen sie neben der Statue der Athena aufstellen.
An der Westseite des Naos befindet sich ein weiterer, nur 13,36 Meter tiefer Raum, dessen hölzerne Decke von vier SĂ€ulen ionischer Ordnung getragen wurde. Zwar sind von diesen SĂ€ulen nur die Standplatten erhalten; da diese im Quadrat angeordnet sind und mithin eine zweigeschossige SĂ€ulenordnung auszuschlieĂen ist, mĂŒssen die SĂ€ulen der schlanker proportionierten ionischen Ordnung angehört haben. Die ursprĂŒngliche Funktion dieses Raumes ist ungeklĂ€rt, doch diente er ab dem 4. Jahrhundert, ebenso wie der Opisthodom, der Aufnahme der TempelschĂ€tze und aller Festutensilien der Göttin. Hier befand sich etwa der silberfĂŒĂige Schemel, auf dem Xerxes I. sitzend der Schlacht von Salamis beiwohnte. Plutarch ĂŒberliefert, dass Demetrios I. Poliorketes im Jahr 304 v. Chr. im Opisthodom des Athenatempels logierte, vermutlich aber nutzte er ebendiesen Westraum, statt des recht kleinen âOpisthodomâ.cite-ref-17[17]
Entwurf und Verfeinerungen
Grundlegende Proportionen des Baus wurden durch das VerhĂ€ltnis der FrontsĂ€ulen zu den SĂ€ulen der Langseiten festgelegt. Als klassische Lösung legten griechische Architekten die Formel âFrontsĂ€ulen : FlankensĂ€ulen = n : (2n+1)â zugrunde. Die gleiche Proportion durchzieht den gesamten Parthenon, bei dem nicht nur die SĂ€ulenstellungen mit 8 Ă 17 SĂ€ulen derselben Formel folgen, sondern auf das VerhĂ€ltnis 4:9 gekĂŒrzt alle weiteren EntwurfsmaĂe. SĂ€ulendurchmesser zu SĂ€ulenabstand wurden hierdurch festgelegt, das SeitenverhĂ€ltnis des Stylobats folgt ihm, auch der Naos ohne Anten. Tempelbreite zu Tempelhöhe bis zum horizontalen Geison ist durch das VerhĂ€ltnis 9:4 festgelegt, und dem folgt ins QuadratverhĂ€ltnis gesteigert das VerhĂ€ltnis zwischen TempellĂ€nge zu Tempelhöhe, das 81:16 betrĂ€gt. Die Grundeinheit war hierbei der attische FuĂ zu 29,80 Zentimeter. Die LĂ€nge der Cella entsprach mithin 100 FuĂ, was dem Tempel bei Plutarch den Namen Hekatompedon einbrachte.cite-ref-18[18]
Der Stylobat hat eine als Kurvatur bezeichnete Wölbung nach oben von 60 Millimetern an den Schmal-, von 110 Millimetern an den Langseiten, die sich in allen folgenden Baugliedern der aufgehenden Architektur auswirkte. Zugleich wiesen die SĂ€ulen eine leichte Schwellung, die Entasis, auf, die Beschleunigung ihrer ohnehin nur schwach ausgeprĂ€gten VerjĂŒngung setzte nach 2/5 SĂ€ulenhöhe ein. Zugleich waren die SĂ€ulen um 7,4 Zentimeter leicht nach innen geneigt. Diese Innenneigung, Inklination, setzte sich auch im GebĂ€lk fort. Auch das ĂuĂere der CellawĂ€nde folgte hierin. Somit war kein sichtbares Bauglied, kein Quader des Tempels zugerichtet wie ein zweiter. Dies erlaubt heute durch genaue Vermessung und Beobachtung jedem erhaltenen Stein seine Position am einstigen Bau zuzuweisen, was fĂŒr die Rekonstruktion des Tempels von grundlegender Bedeutung ist.
Baudekoration
Der Parthenon war sowohl innen als auch auĂen mit aufwĂ€ndigen marmornen Bildhauerarbeiten dekoriert. Diese sind nur zum Teil erhalten geblieben, jedoch gibt es ausfĂŒhrliche Beschreibungen der zerstörten Teile. DarĂŒber hinaus fertigte der französische Zeichner Jacques Carrey 1674, nur wenige Jahre vor der Zerstörung des Parthenon, Zeichnungen vom Bau und seinem Bildschmuck an, der damals noch gut erhalten war.
Fries
Die AuĂenwand der Cella wurde von einem Fries bekrönt, der die groĂe Prozession wĂ€hrend der PanathenĂ€en, des gröĂten jĂ€hrlich stattfindenden Festes zu Ehren der Athena, zeigte. Auf der vierten, der östlichen Eingangsseite war eine Versammlung sĂ€mtlicher Götter des griechischen Olymps dargestellt, ausgenommen Hades und Hestia. Ausgangspunkt der 160 Meter langen Darstellung war die SĂŒdwestecke der Cella. Von dort strebt die Prozession an West- und Nordseite von rechts nach links, an der SĂŒdseite von links nach rechts. An der Ostseite treffen sich beide ZĂŒge. Hier wird der neu gewebte Peplos der Athena ĂŒbergeben. Die Ăbergabe erfolgt im Zentrum der Komposition, direkt ĂŒber dem Eingang zur Cella des Tempels. Sitzende Gruppen von Göttern begleiten die Ăbergabe, unterhalten sich, wenden den ebenfalls anwesenden Menschen aber die RĂŒcken zu. Alle wichtigen Götter sind anwesend. An der Spitze des von Menschen gebildeten Festzugs sieht man MĂ€dchen in Begleitung Ă€lterer Herren, wohl Phylenheroen oder Magistrate der Stadt, auch Ordner des Festzugs sind abgebildet. An den Langseiten der Cella sah man JĂŒnglinge mit Opfertieren, reitende Jugend, Ă€ltere MĂ€nner, Musikanten, WassertrĂ€ger, hier und da idealtypische Darstellungen von Landschaft, Felsbrocken.cite-ref-20[20]
Metopen
Die 92 Metopenreliefs an den vier Seiten des Tempels zeigten mythische Kampfszenen: an der SĂŒdseite die Schlacht zwischen Lapithen und Kentauren (Kentauromachie), an der Ostseite der Kampf der Götter gegen die Giganten und an der Westseite der Kampf zwischen Griechen und Amazonen. Von den Darstellungen der Nordseite sind nur wenige Fragmente erhalten, sie zeigten Szenen aus dem Trojanischen Krieg. Ăberhaupt ist der Erhaltungszustand der Metopen sehr unterschiedlich. Lediglich ein GroĂteil der Metopen von der SĂŒdseite ist gut erhalten und gehört heute zu den sogenannten Elgin Marbles. Das Zentrum dieser Metopenreihe fiel allerdings dem Beschuss durch die Venezianer im Jahr 1687 zum Opfer. Die Figuren der Metopen an Ost- und Westseite wurden von bilderstĂŒrmenden Christen abgeschlagen und sind heute ĂŒberwiegend nur noch in Umrissen erkennbar.cite-ref-21[21]
In der Gigantomachie der Ostseite fĂŒhrte die Bewegungsrichtung der Gesamtkomposition zur Mitte des Triglyphons. Gleichwohl wird dieses gleichmĂ€Ăige Streben durch Gegenbewegungen in Metope 4 von Norden mit der kĂ€mpfenden Athena und Metope 11 mit Apollon aufgehoben. Metope 10 mit dem fĂŒr den Kampf entscheidenden Herakles ist als Zentralkomposition gefasst und unterstreicht hierdurch die Bedeutung dieses Kampfabschnitts fĂŒr das Geschehen. Das Zentrum der Friesseite wird vom Kampf des Zeus eingenommen, dessen Streitwagen von seiner Gemahlin Hera gefahren wird. An weiteren Göttern sind Hermes, Dionysos, Ares, Amphitrite und ihr Gemahl Poseidon, Artemis, Hephaistos und Helios dargestellt.
An den SĂŒdmetopen wird das Bewegungskonzept umgekehrt. Von einem relativ statischen Zentrum, dessen Deutung umstritten ist â Teil des Kampfes der Lapithen gegen die Kentauren oder attische Landsagen â strebt der ĂŒberwiegende Teil der Darstellungen zu den Ecken des Triglyphenfrieses. Dennoch wird das Schema auch hier durch Gegenbewegungen durchbrochen.
Das Gestaltungskonzept der Nordseite lÀsst sich wegen des schlechten Erhaltungszustand nicht zusammenfassend beurteilen. Vorgestellt werden Szenen aus dem Trojanischen Krieg und dem Fall Trojas, der Iliupersis: das Lager der Griechen, anwesende Götter, Helden wie Menelaos, Aphrodite mit Helena neben einem Standbild, Anchises mit dem kleinen Aeneas.
Die stark beschÀdigten Metopen der Westseite mit ihrer Darstellung des Kampfes gegen die Amazonen scheinen wie die Metopen der Ostseite einer auf das Zentrum zustrebenden Komposition unterworfen zu sein.
Giebel
Die dreieckigen Giebelfelder waren 28,35 Meter breit, an ihrer höchsten Stelle 3,46 Meter hoch, dabei aber nur 0,91 Meter tief. Die zwischen 439 und 433 v. Chr. freistehend gearbeiteten Giebelfiguren waren daher deutlich ĂŒberlebensgroĂ gebildet. Man geht davon aus, dass pro Giebelfeld ĂŒber 20 Figuren untergebracht waren. Betrat man die Akropolis durch die PropylĂ€en, sah man zuerst die Westseite des Tempels mit seinen groĂen Giebelfiguren, hier mit Athenas Kampf gegen Poseidon um den Besitz der Landschaft Attika. Am Ostgiebel war die Geburt Athenas dargestellt.
Dieser Giebel der östlichen Eingangsseite mit der Geburt der voll entwickelten und bereits gerĂŒsteten Athena aus dem Haupte des Zeus war der Hauptgiebel. Seine Gesamtkomposition beginnt mit dem aufsteigenden Helios, dem Sonnengott, in seinem Wagen in der linken Giebelecke. Als Pendant sah man die untergehende Selene, die Mondgöttin, samt ihrem Wagen in der gegenĂŒberliegenden Giebelecke. Eine lagernde mĂ€nnliche Gestalt folgt Helios zur Giebelmitte hin. Diese Figur wird zumeist als Dionysos oder Herakles, aber auch als der Berggott Olympos gedeutet. Ihm schlieĂen sich teils sitzend, teils stehend drei weibliche Gestalten an, die Persephone, Demeter und Iris oder die drei Moiren, also die Göttinnen des Schicksals, sein könnten. Das Zentrum der Komposition wurde von Zeus und Hephaistos, dem Geburtshelfer der Athena, sowie Athena selbst eingenommen. Hephaistos hatte gerade mit einem Schlag den Kopf des Zeus gespalten, um ihn von seinen Kopfschmerzen zu befreien. Aus dem Spalt erscheint Athena. Nach rechts folgt in die nun absteigende GiebelschrĂ€ge eine Gruppe dreier weiblicher Gestalten. Sie werden unter anderem als Hestia, Amphitrite oder Leto im Hintergrund sitzend mit Dione, Themis oder Artemis davor, rechts gefolgt von der gelagerten Aphrodite angesprochen. Zuletzt griff Vinzenz Brinkmann die Deutung der zwei sitzenden Gestalten als Horen auf, denen er als gelagerte Gestalt die Ortsnymphe Attike zur Seite stellt.cite-ref-22[22] Den Tag der Geburt beschlieĂend folgte Selene.
Der Westgiebel zeigte den Streit um das attische Land, in der Mitte dominierte der gewinnbringende Ălbaum der Athena. Neben diesem befand sich die Salzquelle, der Einsatz Poseidons, die ihm aber nicht zum Sieg verhalf. Zahlreiche Gottheiten, aber auch Athener, fĂŒllten das erweiterte Zentrum des Giebels. Hermes, Nike, Iris, Athena und Poseidon, die in ihren Streitwagen zum Wettkampf vorfahren, begleitet von ihren Wagenlenkern, Nike fĂŒr Athena, Amphitrite fĂŒr Poseidon. Kekrops, der Schiedsrichter, und seine Familie, Heroen tummelten sich hier. Die Zwickel nahmen Fluss- und Quellgottheiten â Kephisos, Ilissos und Eridanos, auch Kallirrhoe â ein, die insgesamt die Landschaft Attika reprĂ€sentieren. Die meisten Figuren sind stark zerstört, lediglich Zeichnungen frĂŒher Reisender geben Auskunft ĂŒber die Komposition.cite-ref-23[23]
Bemalung
Der Parthenon war zumindest stellenweise bemalt. Inwieweit und in welchen Farben, ist bis heute allerdings umstritten. Es ist bekannt, dass die Decken im Innern in einem dunklen Blau gehalten waren, wĂ€hrend die Abbildungen in den Giebeln helle Farbtöne trugen. Auf Teilen der Giebelverzierung, den im British Museum aufbewahrten sogenannten Elgin Marbles, konnte ein Pigment namens Ăgyptisch Blau nachgewiesen werden.cite-ref-24[24] Es wurde die These aufgestellt, dass der Parthenon im oberen Teil in einem hellen Blau und Rot bemalt war, so dass die Skulpturen beim Anblick von unten deutlicher hervortraten.
Das Kultbild der Athena Parthenos
Pausanias ĂŒberlieferte in seiner Reisebeschreibung Griechenlands das Aussehen der kolossalen Athena-Statue des Phidias:
âDie Statue selbst besteht aus Elfenbein und Gold. Mittig auf ihrem Helm sieht man eine SphinxâŠund an den Helmseiten befinden sich Greifenreliefs⊠Die Statue der Athena steht aufrecht, ist mit einem Chiton bekleidet, der bis zu den FĂŒĂen hinabreicht, auf der Brust befindet sich der aus Elfenbein gearbeitete Kopf der Medusa. Athena hĂ€lt in der einen Hand eine vier Ellen hohe Nike, in der anderen eine Lanze. Zu ihren FĂŒĂen liegt ein Schild und nahe der Lanze ist eine Schlange, wohl Erichthonios. Auf der Statuenbasis sieht man die Geburt der Pandora als Relief.âcite-ref-25[25]
Es ist anzunehmen, dass mit Baubeginn am Heiligtum auch mit der Arbeit an der Statue begonnen wurde. Mit der Fertigstellung des Tempels 438 v. Chr. wurde sie geweiht.
Ăber einem hölzernen GerĂŒst wurden Bronze- und Goldplatten sowie das Elfenbein, das fĂŒr sichtbare Hautpartien und das Gorgoneion eingesetzt wurde, montiert. Reste dieser Holzkonstruktion haben sich im Bereich der einst etwa 1,20 Meter hohen Basis erhalten. Das Gold allein wog 44 Talente, etwa 1150 Kilogramm, und umfasste einen Teil des durch den attischen Seebund verwalteten Schatzes. Die Goldplatten waren abnehmbar, um den Goldbestand des Schatzes ĂŒberprĂŒfen zu können. Berechnungen ergaben, dass die Goldplatten nicht dicker als 1,5 Millimeter gewesen sein können.cite-ref-26[26]
Obgleich nicht im Detail rekonstruierbar, gewinnt man aus verkleinerten Nachbildungen, von MĂŒnzen und Gemmen einen gewissen Eindruck vom einstigen Aussehen des Kolossalbildes. Als beste diesbezĂŒgliche Replik gilt die sogenannte Varvakion-Statuette. Der 1,05 Meter groĂen Statuette zufolge trug Athena â entgegen der Aussage des Pausanias â einen in der HĂŒfte gegĂŒrteten Peplos, darĂŒber die mit Schlange verzierte Ăgis mit dem Haupt der Medusa in der Brustmitte. Das linke Spielbein Athenas war leicht zur Seite gesetzt. Unter dem Gewand kommen die Zehen der Göttin, die demnach hohe Sandalen trug, zum Vorschein. Die SohlenrĂ€nder waren der schriftlichen Ăberlieferung zufolge mit Reliefs einer Kentauchomachie verziert, die allerdings bei keiner der stark verkleinerten Kopien der Athena Parthenos ĂŒberliefert sind. Den mittleren Helmbusch der Göttin trug eine Sphinx, die beiden seitlichen wurden von Pegasoi getragen. Die hochgestellten Wangenklappen waren mit Greifenreliefs geschmĂŒckt. Die von Pausanias ĂŒberlieferte vier Ellen, also etwa 2 Meter, hohe Nike in der rechten Hand der Göttin wird bei der Varvakion-Statuette von einer SĂ€ule unter der Hand gestĂŒtzt. Ob dieses Detail dem Original folgt, ist umstritten.cite-ref-27[27] In der linken Hand hielt Athena den Rand ihres Schildes, an dessen Innenseite sich eine Schlange, die Burgschlange, emporringelte. Der Schild selbst, dessen AuĂenseite eine Amazonomachie im Relief zierte, wĂ€hrend die Innenseite eine gemalte Gigantomachie aufwies, ist als antike Kopie ebenfalls erhalten.cite-ref-28[28]
Was im Laufe der Zeit mit der Statue geschah, ist nur sehr fragmentarisch ĂŒberliefert. Angeblich wurden goldene Teile des Kultbildes um 300 v. Chr. von Lachares eingeschmolzen, um Söldner zu bezahlen.cite-ref-31[31] Falls dies zutrifft, so wurden sie spĂ€ter wieder ergĂ€nzt, da Pausanias sie um 170 n. Chr. noch beschreibt. Bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. soll sie noch im Parthenon gestanden haben, wurde dann aber nach Konstantinopel gebracht, wo sich ihre Spur verliert. SpĂ€tere Berichte diesbezĂŒglich sind unklar und geben keinen Aufschluss ĂŒber ihren weiteren Verbleib.
Weitere Geschichte
Umwandlung in eine Kirche
Der Parthenon blieb als einer der wichtigsten Tempel antiker griechischer Religion mehr als tausend Jahre lang erhalten. Es gilt als erwiesen, dass er noch im 4. Jahrhundert vollstĂ€ndig erhalten war. Athen war damals nur noch Provinzstadt im Römischen Reich, wenn auch mit groĂer Vergangenheit. Im frĂŒhen 5. Jahrhundert wurde das Standbild der Athena Parthenos von einem der römischen Kaiser nach Konstantinopel gebracht, wo es spĂ€ter verlorenging, womöglich wĂ€hrend der PlĂŒnderung der Stadt beim vierten Kreuzzug im Jahr 1204.
Nach der Christianisierung wurde der Parthenon als christliche Kirche genutzt und der Maria geweiht. Die Umwandlung in eine Kirche ging einher mit der Beseitigung der inneren SÀulen und einiger WÀnde der Cella sowie dem Bau einer Apsis. Diesem fielen einige der Skulpturen zum Opfer. Diejenigen, die heidnische Götter zeigten, wurden möglicherweise absichtlich zerstört, einige andere tauchten andernorts wieder auf.
Wiederentdeckung
Die Wiederentdeckung des Parthenon als antikes Monument datiert aus dem Jahr 1436, in die Zeit des Humanismus, dank der Arbeit von Cyriacus von Anconacite-ref-32[32]. Er beschrieb als Erster nach der Antike den Parthenon, von dem er bereits mehrfach in antiken Texten gelesen hatte, unter anderem bei Pausanias Periegetes. Dank ihm erhielt Westeuropa die erste Zeichnung des Monuments, das Kyriakos â anders als frĂŒhere Reisende, die es âKirche der Jungfrau Mariaâ nannten â als âTempel der Göttin Atheneâ bezeichnete:cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]
âŠmirabile Palladis Divae marmoreum templum, divum quippe opus Phidiae (ââŠder wunderbare Tempel der Göttin Athene, ein göttliches Werk des Phidiasâ).
Umwandlung in eine Moschee
1456 eroberte Mehmed II. Athen; es kam unter osmanische Herrschaft, der Parthenon wurde eine Moschee. Dem Parthenon wurde (als einzige Modifikation) ein Minarett hinzugefĂŒgt; europĂ€ische Reisende des 17. Jahrhunderts berichteten, dass das GebĂ€ude ansonsten unversehrt war.
Im GroĂen TĂŒrkenkrieg gegen das Osmanische Reich belagerten 1687 Truppen der Republik Venedig Athen. Die Osmanen hatten die Akropolis befestigt und benutzten den Parthenon als Pulverkammer. Eine venezianische Kanonenkugel â abgefeuert von einer GeschĂŒtzbatterie auf dem PhilopapposhĂŒgel â traf die Kammer am 26. September; sie explodierte und der Parthenon wurde teilweise zerstört. Der Innenaufbau war beschĂ€digt, die ĂŒbrig gebliebenen Teile des Dachstuhls brachen ein, ebenso die Nord- und die SĂŒdflanke. Auch der figĂŒrliche Schmuck wurde beschĂ€digt. Die Schwedin Anna Ă
kerhielm verfasste wenige Tage nach dem Ereignis einen Augenzeugenbericht.cite-ref-36[36] Zahlreiche BruchstĂŒcke wurden spĂ€ter von Reisenden als Souvenirs mitgenommen. Nach der Explosion wurde das GebĂ€ude nicht mehr benutzt, spĂ€ter wurde im Inneren eine kleine Moschee mit Kuppel errichtet. Die Apsis der frĂŒhchristlichen Kirche wurde 1836 abgetragen, die Moschee 1842. Im selben Jahr wurde ein provisorisches Museum in der Cella eingerichtet, das 1845 wieder entfernt wurde.
Von 1700 bis heute
Im spĂ€ten 18. Jahrhundert besuchten viele EuropĂ€er Athen. Die pittoresken Ruinen des Parthenon waren ein beliebtes Motiv fĂŒr Zeichnungen und GemĂ€lde, was letztlich auch Sympathien fĂŒr die griechische UnabhĂ€ngigkeit in GroĂbritannien und Frankreich förderte. 1801 erhielt der britische Botschafter in Konstantinopel, Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin und 11. Earl of Kincardine, eine Erlaubnis (ferman) des Sultans, AbgĂŒsse und Zeichnungen der antiken Bauten auf der Akropolis zu fertigen und wenn nötig jĂŒngere GebĂ€ude abzureiĂen und Skulpturen zu entfernen, um den Blick freizulegen. Er interpretierte diese Erlaubnis so, dass er sĂ€mtliche Skulpturen, die er finden konnte, in Besitz nehmen dĂŒrfe. Er lieĂ zahlreiche herausbrechen (darunter fast den gesamten Fries und die meisten erhaltenen Giebelfiguren), einige sammelte er vom Boden auf und wieder andere kaufte er Einheimischen ab. Die schon damals als Kunstraub titulierte Aktioncite-ref-37[37] rechtfertigte er als Rettungsversuch vor weiteren Zerstörungen. Ăber die RechtmĂ€Ăigkeit der Aktion wurde im Jahr 1816 auch im britischen Unterhaus debattiert.cite-ref-38[38]
Heute befinden sich die meisten dieser Reliefs und Skulpturen als Elgin Marbles im Britischen Museum. Einige andere befinden sich im Louvre und in Kopenhagen; die meisten der in Athen verbliebenen StĂŒcke sind im Akropolismuseum ausgestellt. Am GebĂ€ude selbst sind nur noch Kopien angebracht. Die griechische Regierung fordert seit 1982cite-ref-39[39] die Parthenonskulpturen aus dem Britischen Museum zurĂŒck (Restitution).cite-ref-40[40] Das Museum weigert sich (Stand 2022), die BesitzansprĂŒche anzuerkennen, und die britischen Regierungen haben keinen Druck auf das Museum ausgeĂŒbt.cite-ref-41[41] Wie die griechische Ministerin fĂŒr Kultur und Sport Lina Mendoni 2022 hervorhob, habe die UNESCO Intergovernmental Commission for Promoting the Return of Cultural Property to its Countries of Origin or its Restitution in Case of Illicit Appropriation (ICPRCP) festgestellt, dass die Forderungen Griechenlands berechtigt seien und die Verhandlungen zur Restitution zwischen den Regierungen beginnen wĂŒrden.cite-ref-42[42] Vom griechischen Kulturministerium und Akropolismuseum unterstĂŒtzt, brachte die Hellenische Post ELTA im Mai 2022 die Sonderbriefmarken Reunite Parthenon heraus, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen.cite-ref-43[43]
Als 1832 das unabhĂ€ngige Griechenland die Kontrolle ĂŒber Athen erhielt, wurden sĂ€mtliche mittelalterlichen und osmanischen Bauten von der Akropolis entfernt. Das Gebiet wurde per Gesetz zur archĂ€ologischen StĂ€tte erklĂ€rt und behördlicher Verwaltung unterstellt. Zwei Jahre spĂ€ter begannen Vermessungs- und Restaurierungsarbeiten am Parthenon. Karl Friedrich Schinkel entwarf ein Schloss auf der Akropolis; letztlich wurde der Entwurf aber nicht dort, sondern am Syntagma-Platz realisiert. Das Schloss hĂ€tte den Blick auf den Parthenon von der Stadt aus auf drei Seiten versperrt.
SpĂ€tere Restaurierungen erfolgten in den 1920er Jahren (geleitet von Nikolaos Balanos) und erneut ab 1986 (unter anderem, um die durch die Benutzung von Eisenklammern bei der frĂŒheren Restaurierung verursachten SchĂ€den zu beheben). Auch die ĂŒbrigen Akropolisbauten wurden dabei einbezogen.
Heute zieht die StÀtte jedes Jahr Millionen von Touristen aus aller Welt an, die den Weg vom westlichen Ende der Akropolis durch die ebenfalls in Restaurierung begriffenen PropylÀen und entlang des PanathenÀisches Weges zum Parthenon hinaufmarschieren, der zum Schutz von einem niedrigen Zaun umgeben ist.
Das Betreten des GebĂ€udes ist seit den 1960er Jahren fĂŒr Besucher nicht mehr gestattet. Von 1970 bis in die 1980er Jahre nahmen die SchĂ€den am GebĂ€ude durch UmwelteinflĂŒsse (Luftverschmutzung) merklich zu; man erwog zeitweise sogar, es durch eine Zelt- oder Glas- und Stahlkonstruktion zu schĂŒtzen. Ein Teil des Bauschmucks wurde durch Kopien ersetzt. Seit Autos Katalysatoren haben, ist die Luft deutlich sauberer. Der frĂŒher tĂ€gliche Smog im Sommer ist trotz ansteigender Temperaturen selten geworden. Der Individualverkehr in Athen hat aus verschiedenen GrĂŒnden (z. B. mehr FuĂgĂ€ngerzonen, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs) abgenommen.
Siehe auch
:
Athen#Verkehr
Nachbildungen
Neben den zahlreichen maĂstĂ€blich verkleinerten Kopien, etwa in VergnĂŒgungsparks oder in Architektur- und Antikenmuseen, existieren zwei GebĂ€ude als Nachbildungen in OriginalgröĂe. Eine Nachbildung des Parthenon befindet sich in Nashville, Tennessee. Sie wurde im Rahmen der âTennessee Centennial and International Expositionâ (Weltausstellung anlĂ€sslich der hundertjĂ€hrigen Unionszugehörigkeit von Tennessee) 1897 aus Gips, Holz und Backsteinen erstellt und in den 1920ern aus Beton erneuert. Eine kolossale Kopie des Standbilds der Athena wurde 1990 hinzugefĂŒgt. Der Nashville-Parthenon ist mehrfarbig bemalt, um das ursprĂŒngliche Erscheinungsbild des Originals nachzuahmen. Ein Gipsmodell, das in den 1880er-Jahren in Paris gefertigt und um das Jahr 1889 vollendet worden war, wurde vermutlich auf der Pariser Weltausstellung im Jahre 1889 gezeigt. Seit 2005 befindet es sich als Dauerleihgabe des Metropolitan Museum of Art im Museum fĂŒr AbgĂŒsse Klassischer Bildwerke in MĂŒnchen.cite-ref-44[44]
Ein Modell des Parthenon ist auch Bestandteil der Architekturikonen-Sammlung des Architekten Oswald Mathias Ungers. Der Kölner Diplom-Designer und Architekturmodellbauer Bernd Grimm erstellte eine Miniatur des GebĂ€udes aus Alabastergips im MaĂstab 1:50. Allein fĂŒr das Modell des Parthenon benötigte Grimm 200 Kilogramm Gipscite-ref-45[45] und ĂŒber ein Jahr Bauzeit.cite-ref-46[46]
Ab Herbst 2016 wurde auf dem Kasseler Friedrichsplatz der Parthenon aus BĂŒchern nachgebaut. Es war ein Kunstwerk fĂŒr die 2017 in Kassel und Athen ausgerichtete documenta 14.cite-ref-47[47]
Als Kopie des Parthenon kann auch die Walhalla bei Regensburg gelten. Hierbei ist allerdings zu berĂŒcksichtigen, dass der Architekt Leo von Klenze zwar das GebĂ€ude kopierte, im Sinne des Klassizismus ohne Stilbruch, aber auch von der Vorlage abwich, etwa beim Bauschmuck. Zudem waren ihm die Feinheiten des Bauwerks, wie Entasis, Kurvatur usw., noch nicht bekannt, so dass die Walhalla eine andere Wirkung als der Parthenon auf den Betrachter ausĂŒbt.
Literatur
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âą Gerhard Zinserling: Das Akropolisbauprogramm des Perikles. Politische Voraussetzungen und ideologischer Kontext. In: Ernst Kluwe (Hrsg.): Kultur und Fortschritt in der BlĂŒtezeit der griechischen Polis (= Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 24). Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 206â246.
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âą Catharine Titi: The Parthenon Marbles and International Law. Springer, 2023, ISBN 978-3-031-26356-9.
Dokumentationen
âą Der Parthenon. (Originaltitel: Secrets of the Parthenon.) Dokumentarfilm, Frankreich, USA, 2008, 78 Min., Buch und Regie: Gary Glassman, Produktion: WGBH-TV / Nova, Studio International, arte France, deutsche Erstsendung: 23. Januar 2010, von arte, Filmseite des PBS (engl.)
Weblinks
Commons
: Parthenon
â Album mit Bildern und Videos
Wiktionary: Parthenon
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: ÏαÏΞÎÎœÎżÏ
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Internetseite des griechischen Kulturministeriums (griechisch/englisch)
⹠Parthenon in der archÀologischen Datenbank Arachne
âą Parthenon in Nashville (englisch)
⹠(Unter anderem) interaktive 360°-Panoramen des Parthenon in Athen und des Nachbaus in Nashville; englischsprachig (Memento vom 15. Juli 2018 im Internet Archive)
⹠Der Parthenonfries als digitale InternetprÀsentation des griechischen Kulturministeriums (englisch)
Anmerkungen
cite-note-11. â Jeffrey M. Hurwit: The Athenian Acropolis: History, Mythology, and Archaeology from the Neolithic Era to the Present. Cambridge University Press, Cambridge 2001, S. 161â163.
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cite-note-33. â James Whitley: The Archaeology of Ancient Greece. Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-62733-8, S. 352.
cite-note-44. â Plutarch, Perikles 13.4.
cite-note-55. â Wilhelm Dörpfeld: Der Ă€ltere Parthenon. In: Mitteilungen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts Abteilung Athen. Band 17, 1892, S. 158â189; Wilhelm Dörpfeld: Die Zeit des Ă€lteren Parthenon. In: Mitteilungen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts Abteilung Athen. Band 27, 1902, S. 379â416.
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cite-note-77. â Panagiotis Kavvadias, Georg Kawerau: Die Ausgrabung der Acropolis vom Jahre 1885 bis zum Jahre 1890. 1906; Heiner Knell: Perikleische Baukunst. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1979, ISBN 3-534-08019-X, S. 6â11.
cite-note-88. â Heiner Knell: Perikleische Baukunst. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1979, S. 6â11.
cite-note-99. â Gottfried Gruben: Die Tempel der Griechen. 5. Auflage. Hirmer, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-7774-8460-1, S. 171â172.
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cite-note-1111. â Gottfried Gruben: Die Tempel der Griechen.5. Auflage. Hirmer, MĂŒnchen 2001, S. 171â172. Zur Diskussion siehe auch: William Bell Dinsmoor: The Date of the Older Parthenon. In: American Journal of Archaeology. Band 38, 1934, S. 408â48; Wilhelm Dörpfeld: Parthenon I, II, III. In: American Journal of Archaeology. Band 39, 1935, S. 497â507; William Bell Dinsmoor in: American Journal of Archaeology. Band 39, 1935, S. 508â509
cite-note-1212. â zu den Urkunden: Inscriptiones Graecae I3 1, 1981, 431ff. Nr. 436â461.
cite-note-1313. â Plutarch, Perikles 12, 13.
cite-note-1414. â Manolis Korres: Der Plan des Parthenon. In: Mitteilungen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts Abteilung Athen. Band 109, 1994, S. 53â120 Taf. 18â24; Ausnahmen dorischer Ordnung mit achtsĂ€uligen Fronten sind der Artemistempel in Korfu (Gerhart Rodenwaldt: Korkyra. Bd. 1: Der Artemistempel. Mann, Berlin 1940) und das Ă€ltere Olympieion in Athen, die beide keinen Einfluss auf den Entwurf des Parthenon hatten.
cite-note-1515. â Hermann BĂŒsing: Einheitsjoch und Triglyphon am Parthenon. In: Kanon. Festschrift fĂŒr Ernst Berger. 1988, S. 2â3.
cite-note-1616. â Pausanias 5, 11, 5.
cite-note-1717. â Plutarch, Demetrios 23.
cite-note-1818. â Plutarch, Perikles 13, 4.
cite-note-1919. â Vitruv 7 praef. 12.
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cite-note-2424. â Nature, doi:10.1038/news.2009.574: Traces of paint confirmed on Parthenon sculptures (15. Juni 2009); siehe auch: Parthenon in Farbe. In: wissenschaft.de. 17. Juni 2009, abgerufen am 9. September 2019.
cite-note-2525. â Pausanias 1, 24, 5â7.
cite-note-2626. â Frank Brommer: Athena Parthenos. Bremen 1957, S. 5f.
cite-note-2727. â FĂŒr die Zuweisung an das Original: Neda Leipen: Athena Parthenos: Problems of Reconstruction. In: Ernst Berger (Hrsg.): Parthenon-Kongress Basel: Referate und Berichte 4. bis 8. April 1982. Zabern, Mainz 1984, S. 179; gegen eine Zuweisung: Brunilde Sismondo Ridgway: Parthenon and Parthenos. In: Festschrift fĂŒr Jale Inan. Basgelen, Istanbul 1989, S. 298.
cite-note-2828. â Zum Schild: Volker Michael Strocka: Das Schildrelief â zum Stand der Forschung. In: Ernst Berger (Hrsg.): Parthenon-Kongress Basel: Referate und Berichte 4. bis 8. April 1982. Zabern, Mainz 1984, S. 188â196; Ingrid Krauskopf: Der Schild der Parthenos und der Typus der Medusa Rondanini â Tarent, Orvieto und Athen. In: Referate vom Symposion des Deutschen ArchĂ€ologen-Verbandes: Kunst und Kultur in der Magna Graecia â Ihr VerhĂ€ltnis zum griechischen Mutterland und zum italischen Umfeld. StĂ€dtisches Museum SchloĂ Rheydt 8.â10. Januar 1988 (=Schriften des Deutschen ArchĂ€ologen Verbandes. Bd. 11). TĂŒbingen 1990, S. 22â34.
cite-note-3030. â Plutarch, Perikles 31, 4; Dion Chrysostomos 12, 6.
cite-note-3131. â Pausanias 1,25,7; Plutarch, Isis et Osiris 71; Oxyrhynchus Papyri XVII 2082 = FGrHist 257a F4
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ÏÏÏΜ ÏÎżÏ
ΠαÏΞΔΜÏΜα. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2023 (griechisch).
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ÏÏÏΜ ÏÎżÏ
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cite-note-4747. â hna.de: documenta plant riesiges GebĂ€ude aus 100.000 BĂŒchern in Kassel
37.971523.726583333333coordinatesKoordinaten: 37° 58âČ 17,4âł N, 23° 43âČ 35,7âł O